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Gartenprojekt der GS4 gestartet

Die Lerngruppe GS4 startete in der letzten Woche im Rahmen des Sachunterrichts das Projekt "Schulgarten".

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Schulsozialpädagogik

Grundlagen der Schulsozialpädagogik an der Heinz-Neukäter-Schule Roffhause

 

1. Grundgedanken und Leitideen unserer Arbeit

Unser sozialpädagogisches Angebot ist eigenständig und dauerhaft im Schulalltag verankert. Schulsozialpädagoginnen[1] fördern gemeinsam mit den Lehrern/Kolleginnen in der Schule die individuelle und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, indem sie an der Schule Aktivitäten anbieten, durch die die Schüler über das schulische Angebot hinaus ihre Fähigkeiten entfalten, Anerkennung erfahren und soziale Prozesse gestalten können.

Die Organisation, Gestaltung und Durchführung der fachlichen Arbeit wird selbständig und eigenverantwortlich geleistet. Grundlage ist hierbei die individuelle und vertrauensvolle Beziehungsarbeit, die es uns ermöglicht mit den Schülern am Lern- und Sozialverhalten zu arbeiten und den Kontakt zu Eltern und Lehrern aufzubauen und zu intensivieren.

In unserer sozialpädagogischen Arbeit wollen wir den Schülern Möglichkeiten und Betätigungsfelder eröffnen, indem wir sie dabei unterstützen, soziale Fertigkeiten aufzubauen und zu stärken. Selbstvertrauen, Selbstkontrolle, Kommunikationsfähigkeit und das Vermögen sich in andere hinein zu versetzen sehen wir als Kompetenzen, die wesentlich sind für ein positives Miteinander im Schulalltag und darüber hinaus. Dabei begegnen wir den Schülern (und den Eltern) mit einer ermutigenden und wertschätzenden Grundhaltung. Wir gestalten Rahmenbedingungen, die es den Schülern ermöglichen, Zusammengehörigkeit innerhalb einer Gruppe zu erleben. Wir trainieren, gemeinsam Aufgaben zu bewältigen und dabei Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.

1.1 Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

Eine wichtige Grundvoraussetzung für das soziale Miteinander ist ein positives Selbstwertgefühl und ein gesundes Selbstvertrauen. Dazu gehört, den Schülern Hilfestellung zu geben, sich selbst bewusster wahrzunehmen und ihre eigenen Kompetenzen zu erkennen. Dies kann mit dazu beitragen, dass die Schüler befähigt werden, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

Schüler haben häufig Schwierigkeiten in Stresssituationen adäquate Konfliktlösungsstrategien zu finden. Wir unterstützen sie dabei, die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen, ihren Handlungsspielraum zu erweitern und somit bewusster eigene sozial verträgliche Entscheidungen treffen zu können.

1.2 Empathie

Wir wollen die Schüler darin fördern, die Gefühle, Bedürfnisse und Absichten anderer wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Wenn es den Schülern gelingt die Absichten anderer zu erkennen, dann sind sie eher dazu in der Lage Sachverhalte zu erfassen und richtig einzuschätzen. Dazu zählt auch die Fähigkeit Unterschiede zu erkennen und anzuerkennen und dem Gegenüber aufbauend auf diesem Verständnis mit Respekt zu begegnen.

Voraussetzung hierfür ist, eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und benennen zu können.

1.3 Strategien zur Konfliktlösung

In Konfliktsituationen verhalten sich die Schüler häufig unangemessen, weil sie sich nicht über Handlungsalternativen bewusst sind oder nicht gelernt haben, diese umzusetzen. Der Weg dahin, Lösungsmöglichkeiten zu finden und erfolgreich in die Tat umzusetzen, führt für uns besonders über den Aufbau einer positiven Gesprächskultur. Wir geben den SchülerInnen Raum ihre Anliegen und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und unterstützen sie so dabei, ihre Meinung anderen gegenüber darstellen zu können.

1.4 Methoden

Um individuell auf die unterschiedlichen Situationen und Bedürfnisse der Schüler eingehen zu können, arbeiten wir mit einem möglichst breiten Spektrum an Methoden wie z.B.:

  • Soziale Gruppenarbeit
  • klientenzentrierte Gesprächsführung
  • verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung
  • systemischer Ansatz
  • Empowerment
  • Verhaltensmodifikation

Feedbackregeln, Gesprächsregeln, Brainstorming, Video-Interaktionstraining oder die Einbindung bestimmter Programme zur Gewaltprävention wie „Cool-it“, „Lubo“ oder „Faustlos“ werden als Elemente der oben genannten Methoden eingesetzt. Die sozialpädagogischen Angebote finden statt im Rahmen des Klassenverbandes, der Pausen oder innerhalb zielgruppenorientierter Aktivitäten.

1.5 Grenzen unserer Arbeit

Sozialpädagogische Arbeit an der Schule hat keinen Unterrichtsauftrag und versteht sich somit nicht als leistungsbewertendes System. Vielmehr ist es ein beratendes, unterstützendes, ergänzendes und vermittelndes Angebot.

Um den vielfältigen und sich stetig verändernden Anforderungen innerhalb unseres Arbeitsfeldes gerecht zu werden, nehmen wir regelmäßig an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen teil.

Für eine konstruktive professionelle Arbeit sind regelmäßige Fallbesprechungen, Dienstbesprechungen, Supervisionen und kollegiale Beratungen sowohl innerhalb des Sozialpädagoginnenteams als auch im Gesamtkollegium notwendig.

 

2. Begleitende und zielgruppenorientierte Angebote

2.1. Sozialtraining

Sozialtraining findet in unserer alltäglichen pädagogischen Arbeit, z.B. in den verschiedenen Gruppen wie Praktikums- oder Mädchengruppe Anwendung. Ergänzend dazu planen wir in Kooperation mit den Klassenlehrerinnen ein differenziertes, altersangemessenes Angebot für die ganze Klasse.

Die Schüler werden gezielt beim Erlernen von positiven Verhaltensweisen unterstützt und können so ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen erweitern. Sozialtraining beinhaltet:

  • Auseinandersetzung mit und Entwicklung von Regelsystemen
  • Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstwerts
  • Förderung einer differenzierten Wahrnehmung und des Einfühlungsvermögens
  • Förderung der Beziehungs- und Gruppenfähigkeit
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Gewaltbereitschaft
  • Förderung des Verantwortungsbewusstseins
  • Entwicklung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit
  • Befähigung zur konstruktiven Konfliktlösung

2.2.Modellprojekt Achtsamkeitstraining

Im kommendem Schuljahr führen wir erstmals in Kooperation mit unseren Lehrer Kolleginnen in enger Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogik ein Modellprojekt Achtsamkeit (Kompetenz-Training nach der Dialektisch-Behavioralen Therapie) mit vorerst zwei Klassen durch.

Das Training ist ein Selbst-Regulations-Training für Schüler bei dem gelernt werden soll, Gefühle besser wahrzunehmen sie benennen zu können und Spannungszustände besser regulieren zu lernen. Empathie- und Reflexions-Fähigkeit werden dabei gestärkt. Das Training stärkt die Kontrolle von Handlungsimpulsen und somit erzielen wir ein konfliktärmeres zwischenmenschliches Miteinander.

Das Training wird vorerst in zwei Klassen (Gruppenstärke: 10 bzw 12 Schüler) durchgeführt. Es findet einmal pro Woche für eine Zeitstunde statt. In jeder Klasse sind während des Trainings ein DBT-Trainer, und eine Sozialpädagogin anwesend.

Das Training setzt sich aus derzeit 4 Modueln zusammen die altersentsprechend zum Einsatz gebracht werden. 

Modul 1. Achtsamkeit : In diesem Modul geht es darum, sich besser wahrzunehmen, die Kontrolle über sich zu gewinnen und die Aufmerksamkeit zu steuern. Hierfür werden Meditationsübungen aus dem ZEN-Buddismus eingeübt.

Modul 2. Stresstoleranz: In diesem Modul werden Fertigkeiten vermittelt, die einem helfen sollen, unangenehme Situationen zu überstehen. Die eingeübten ,,Überlebensstrategien“ sollen die Schüler unterstützen, auf Handlungen zu verzichten, die ihnen schaden oder die Situation verschlimmern.

Modul 3. Emotionsregulation: Hier werden Strategien vermittelt, die Gefühle verändern und die Anfälligkeit für heftige Gefühle verringern können.

Modul 4: Zwischenmenschliche Fertigkeiten: Hierbei wird es darum gehen, zu lernen besser mit anderen zurecht zu kommen. Drei Aspekte sind dabei wichtig: die Ziele, die man erreichen möchte, die Beziehung zum Gegenüber und der Erhalt der Selbstachtung.

Ziel ist es, über ein breiteres Repertoire an Verhaltensmöglichkeiten zu verfügen. Im Rahmen der sozialpädagogischen Einzelgespräche mit den Schülern können Inhalte aus dem Gruppentraining sowie mögliche Schwierigkeiten individuell noch einmal thematisiert , reflektiert und bearbeitet werden um eine positive Verhaltensänderung in möglichen Stresssituationen zukünftig  herbeiführen zu können.

2.3. Mädchengruppe 

Mädchen bilden mit einem Anteil von zur Zeit weniger als 10% aller Schüler eine kleine Minderheit an unserer Schule. Allein diese Tatsache zeigt, wie wichtig es für die Schülerinnen ist, eine feste Zeit und einen Raum zu haben, wo sie sich unter pädagogischer Anleitung über eigene Interessen, Wünsche und Bedürfnisse austauschen können.

Eine geschlechtsspezifische, sozialpädagogische Arbeit unterstützt die Schülerinnen bei der Identitäts- und Rollenfindung. In der Mädchengruppe haben die Schülerinnen z.B. die Möglichkeit sich über ihre Erfahrungen als evtl. einziges Mädchen in der Klasse oder im Umgang mit den Jungen auszutauschen.

Ziel ist es einerseits in vertraulicher Atmosphäre das Selbstwertgefühl und die Verhaltenssicherheit der Mädchen zu fördern und zu stabilisieren und ein positives, unabhängiges Frauenbild zu entwickeln. Andererseits wird die Wirkung auf das andere Geschlecht zum Thema gemacht. Weitere Schwerpunkte in der Mädchenarbeit sind u.a. körperliche Entwicklung und Sexualität. Durch gemeinsame Aktivitäten entwickelt sich Gemeinschafts- bzw. Gruppengefühl.

2.3. Jungengruppe

Da die große Mehrheit der Schülerschaft aus Jungen besteht, die überwiegend von weiblichen Bezugspersonen betreut bzw. unterrichtet werden, ist es wichtig, dass die Jungen im Rahmen einer Sozialen Gruppenarbeit die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Rollenbild auseinander zusetzen. Eine gute Unterstützung dabei wäre eine männliche Bezugsperson, die ein Rollenvorbild sein kann. Wir gehen davon aus, dass die Schüler bei bestimmten Themen (wie z.B. Sexualität) eher eine männliche Person ins Vertrauen ziehen. Aufgrund der derzeitigen personellen Situation steht uns noch keine männliche Person zur Verfügung, die diese Aufgabe übernehmen könnte.

2.4. Schülerrat

Der Schülerrat (SR) unserer Schule trifft sich einmal im Monat. Aus jeder Klasse können zwei gewählte Klassensprecher teilnehmen.

Ideen und Vorschläge der einzelnen Mitglieder aus den jeweiligen Klassen können dann eingebracht und diskutiert werden. Ziel ist es, dass die Schüler zunehmend Verantwortung übernehmen und die Mitglieder die Versammlungen weitestgehend selbstständig gestalten und moderieren. Die Schülerschaft erhält somit ein größeres Mitspracherecht und sie können im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit Anträge an die Gesamtkonferenz stellen. Durch das Einbeziehen der Schüler bei der Vorbereitung von schulischen Veranstaltungen und Projekten haben sie die Möglichkeit ihre Kompetenzen mit einzubringen und Schule mit zu entwickeln. Die Leitung und Moderation der monatlichen SR Sitzung werden von einer Sozialpädagogin nach Absprache begleitet.

Themen des Schülerrates sind beispielsweise der Schülerkiosk, die Gestaltung der Pausen oder die Anschaffung von Spielen oder Spielgeräten. Hier werden auch Regeln und Absprachen diskutiert und evtl. neu formuliert. Die gewählten Klassensprechen wählen zu Beginn eines Schuljahres einen Schulsprecher und dessen Vertreter. Der Schulsprecher hat die Aufgabe, die Interessen der Schüler der Schulleitung gegenüber zu vertreten. Dies findet regelmäßig nach einer Schülerratssitzung statt. Der Schulsprecher informiert die Schulleitung über aktuell besprochene Themen. Zudem vertritt er in der Gesamtkonferenz die gesamte Schülerschaft. Der Schulsprecher sollte im besten Fall auch an den Terminen des Kreisschülerrates teilnehmen. Zusätzlich gibt es das Angebot, Fortbildungen im Bereich des Amtes als Schulsprecher wahrzunehmen.

2.5. Streitschlichtergruppe

Es können Streitschlichterausbildungen – als Bestandteil des Präventionskonzeptes – sowohl

  • in enger Zusammenarbeit mit den Klasselehrern auf Klassenebene als Projekt, als auch
  • durch ausgebildete Schulmediatoren für die gesamte Schule auf freiwilliger Basis angeboten werden.

Eine aktive Streitschlichtergruppe benötigt für die praktische Arbeit eine feste Räumlichkeit und die Möglichkeit zum wöchentlichen Austausch mit einem Ausbilder.

In enger Kooperation mit den Klassenlehrern, die eine entsprechende Fortbildung zu dieser Thematik absolviert haben, planen wir ein Projekt zur Ausbildung von Streitschlichtern an unserer Schule zu installieren.

Das Mediationsprogramm sehen wir als wichtigen Bestandteil zukünftiger Arbeit. Grundlage hierfür ist ein vorausgegangenes, kontinuierliches Sozialtraining. Dabei greifen wir bei Bedarf auf externe Gewaltpräventionsangebote wie z.B. „cool-it“ zurück. Wir sind uns bewusst, dass Schüler, die eine Mediatorenausbildung anstreben, sich gleichzeitig im Prozess der Rückschulung befinden und die Schulform voraussichtlich wechseln werden.

 

3. Unterrichtsunterstützende sozialpädagogische Tätigkeiten

Innerhalb des Klassenverbandes können einerseits förderunterrichtliche Tätigkeiten wie z.B. Unterstützung bei der Wochenplanarbeit oder Lese- und Rechtschreibförderung sowie die individuelle Unterstützung einzelner Schüler für eine begrenzte Zeit sein. Andererseits kann es sich aber auch um Hospitationen und Verhaltensbeobachtungen handeln, um einzelne Schüler im Gruppengefüge zu erleben.

3.1 Einzelförderung

Die Einzelförderung bietet einerseits die Möglichkeit mit den Schülern Zielepläne zu entwickeln bzw. daran zu arbeiten. Der Zieleplan baut auf die zu Schuljahresbeginn stattfindenden Zielvereinbarungsgespräche auf. In der Einzelförderung werden mit dem Schüler Handlungsstrategien erarbeitet, um die individuellen Ziele zu erreichen.

Andererseits kann im Einzelgespräch intensiver auf aktuelle Anliegen des Schülers eingegangen werden. Themen können hierbei beispielsweise sein: aktuelle Probleme und Schwierigkeiten der Schüler, Wohnortwechsel, Geburt eines Geschwisters, Trennung der Eltern, Freunde finden sowie häufig psychische Probleme. Beim vorliegen einer besonders ausgeprägten Schulmüdigkeit, Perspektivlosigkeit und Schulversagen können individuell auf den Einzelfall bezogene schulpflichterfüllende Praktika in Betrieben ggf. auch Jugendwerkstatt als Kooperationspartner geschlossen werden. Eine pädagogische Fallkonferenz dient in solchen Fällen zur Entwicklung möglicher Hilfsangebote und Zukunftsperspektiven in solchen Einzelfällen.

3.2. Sozialpädagogisch betreute Pausenangebote

Unsere Schüler haben zum Teil große Schwierigkeiten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Freiräumen umzugehen. Daher bieten wir ihnen ergänzend zu den übrigen Pausenangeboten die Möglichkeit, ihre freie Zeit begleitet von uns in einem überschaubaren Rahmen zu verbringen. Wir achten darauf, dass die vereinbarten Regeln allen Schülern bekannt sind und eingehalten werden.

In der zwanzig minütigen Spielepause können die Schüler aller Jahrgangsstufen wählen, ob sie sich in den Räumen der Sozialpädagogik mit Gesellschaftsspielen, Lego oder dem Kicker beschäftigen wollen. Den älteren Schülern der HS-Stufen steht darüber hinaus ein Raum zur Verfügung, in dem sie sich in Ruhe unterhalten und aufhalten können um für sich zu sein.

Bei der Gestaltung der Pausenangebote berücksichtigen wir die Wünsche und Interessen der Schüler. Dafür haben wir im Eingangsbereich unserer Schule die Möglichkeit eingeräumt, dass die Schüler Klassen und Jahrgangsübergreifend an mehreren Kickern sowie einem Billiardtisch  spielen können. Die jeweiligen Angebote werden regelmäßig bedarfsorientiert verändert. Auch bieten wir auf den Wunsch einiger Schüler ein Bastelangebot bzw. ein Kreativangebot in der Pause an.

Im kommenden Schulhalbjahr wird es auch wieder eine Entspannungspause geben, in der Autogenes Training und Phantasiereisen mit den Kindern durchgeführt werden.

3.3 Ganztagsbereich

Von Montag bis Donnerstag haben die SchülerInnen die Möglichkeit an einem Nachmittagsangebot teilzunehmen. Dies beinhaltet die Begleitung innerhalb der Mensa und die Hausaufgabenbetreuung. Auch hier werden die Angebote von uns ergänzt. Zurzeit bieten wir in Kooperation mit dem Nautimo in Wilhelmshaven ein Schwimm- Angebot sowie eine Spiel- und Spaß-AG an.

(Näheres dazu siehe im Schulkonzept.)

 

4. Stützpunkt

4.1 Organisation

Seit August 2010 bieten wir Schülern, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht weiter am Unterrichtsgeschehen teilnehmen können, die Möglichkeit des Stützpunktes als erste Anlaufstelle in Krisen- bzw. Konfliktsituationen. Der Stützpunkt ist an vier Wochentagen jeweils von der ersten bis zur letzten Unterrichtsstunde von einer Sozialpädagogin besetzt. Die zuständige Kollegin wird täglich an der Eingangstür zur Sozialpädagogik namentlich bekannt gegeben. Der Stützpunkt bietet in einem ruhigen Rahmen die Möglichkeit zur Krisenintervention; d.h. hier kann der Schüler mithilfe einer Sozialpädagogin sein Verhalten reflektieren und an Lösungsmöglichkeiten arbeiten, mit dem Ziel wieder in den Unterricht zurückzukehren. Um einen möglichst reibungslosen Informationsaustausch zwischen den Sozialpädagoginnen zu gewährleisten, finden neben der Dokumentation der Vorfälle Fallbesprechungen in der wöchentlich stattfindenden Teamstunde statt.

4.2. Inhalte

Primär ist die sozialpädagogische Arbeit im Stützpunkt deeskalierend ausgerichtet.

Der Stützpunkt hat eine stabilisierende und reflektierende Funktionsweise.

Ziel ist es, die Schüler über die Reflexion ihrer Verhaltensweisen dem Unterricht wieder zuzuführen. Schüler die verhaltensbedingt nicht mehr am Unterricht teilnehmen können, bietet der Stützpunkt die Möglichkeit sich in akuten Krisen- und Konfliktsituationen kurzfristig und in sozialpädagogischer Begleitung zurückzuziehen. Unter Einsatz verschiedenster pädagogischer Methoden und Maßnahmen kann in einer ruhigen Atmosphäre nicht nur eine Reflexion eingeleitet werden, sondern langfristig Strategien zur Verhaltensänderung entwickelt werden.

Verfahrensweise

Die Lehrkräfte geben telefonisch oder persönlich den im Stützpunkt zuständigen Sozialpädagoginnen erste Informationen darüber, warum ein Schüler nicht weiter am Unterricht teilnehmen kann. Der betreffende Schüler wird von einer Lehrkraft oder einer Sozialpädagogin in den Stützpunkt begleitet. Dies gewährleistet, dass der Schüler auch tatsächlich im Stützpunkt ankommt und signalisiert dem Schüler gleichzeitig, dass diese Maßnahme von Lehrer und Sozialpädagogin getragen wird.

Ein Auszeitraum (Deeskalationsraum), worin sich u.a. ein Boxsack befindet, bietet denjenigen Schülern, die besonders unkontrollierte und aggressive Verhaltensweisen aufzeigen, die Möglichkeit ihre angestauten Aggressionen unmittelbar auszuagieren.

Sofern der betroffene Schüler wieder ansprechbar und ruhig ist, kann ein reflektierendes Gespräch eingeleitet werden. Ein Reflexionsbogen, den einige Schüler ggf. mithilfe der Sozialpädagogin bearbeiten, dient dazu dem Schüler sein eigenes Verhalten bewusst zu machen, um anschließend über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken Ziel ist die zeitnahe Rückführung in den Unterricht. Ist dies im Einzelfall nicht möglich bzw. sinnvoll, kann auch in enger Absprache mit der Schulleiterin sowie der zuständigen Lehrkraft die Entscheidung getroffen werden, den Schüler von der Schule abholen zu lassen. Ein „pädagogischer Denktag“, wo der Schüler zu Hause mit Arbeitsmaterialien versehen sich und sein Fehlverhalten in den Mittelpunkt stellen soll, ergänzt die Methodenkette. Die Schüler sollen über den Stützpunkt lernen nach eingehender Reflexion sich für ihr Verhalten zu entschuldigen oder sich eine Wiedergutmachung zu überlegen. Am nächsten Tag startet der Schüler erneut über ein Eingangsgespräch im Stützpunkt. Nach mehrmaligen Aufenthalten einiger Schüler im Stützpunkt können die Verhaltensauffälligkeiten genauer definiert und durch Fachpersonal zugeordnet werden. In enger Absprache und Kooperation mit den Eltern können in Einzelfällen, wo pädagogisches Handeln im Stützpunkt nicht mehr ausreichend ist frühzeitig erste Hilfestellungen, z.B. den Erstkontakt zu Verhaltenstherapeuten, Psychologen ect. herzustellen, unmittelbar eingeleitet werden.

Die Entwicklung von adäquaten Konfliktlösungsstrategien ist ein wichtiger Schwerpunkt des Stützpunktes. Zudem lernen die Schüler im Stützpunkt ihre Aggressionen, Wut und Impulse besser zu steuern und sich selbst besser zu regulieren (Kontextbezogene Situationsbezogene / Verhaltensregulierung).

Um eine Verhaltensänderung zu bewirken, wird auch im Stützpunkt mit vielfältigen Belohnungs und Verstärkersystemen gearbeitet. Ein Achtsamkeitstraining sowie ein spezifisches Sozialtraining, welches außerhalb des Stützpunktes seine Anwendung findet, ergänzen die Methodenkette.

Schüler die verhaltensbedingt mehrfach den Stützpunkt aufsuchen, werden in Dienstbesprechungen, Fallkonferenzen oder Pädagogischen Konferenzen eingehend analysiert und gemeinsam wird mit der Schulleiterin, Lehrkräften und Diplom-Sozialpädagogen eine pädagogische Leitlinie entwickelt, die von allen Beteiligten konsequent umgesetzt wird.

Die Eingangsfrage: „Wie gehen wir als Team mit den Verhaltensauffälligkeiten um und was benötigt der Schüler, um sein Verhalten sukzessive zu verändern“ umschreibt unsere Vorgehensweise im Klärungsprozess.“

 

5. Elternarbeit 

5.1 Grundgedanken

Eltern spielen eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des Kindes und haben einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl des Kindes. Daher hat Elternarbeit in unserer sozialpädagogischen Arbeit einen hohen Stellenwert. Wir sehen Eltern als wichtige Partner in der Arbeit mit den Kindern. Viele Familien haben mit den vorherigen Schulen ihres Kindes oft negative Erfahrungen gemacht und teilweise starke Vorbehalte gegenüber der Institution Schule aufgebaut, die es mit unserer Hilfe zu überwinden gilt.

Unser wichtigstes Anliegen ist es, die Ressourcen innerhalb der Familie zu erfassen und diese so gut wie möglich zu nutzen. Wir unterstützen die Familien dabei, ihr Selbsthilfepotential unter Einbeziehung des vorhandenen sozialen Netzwerkes zu nutzen.

Dabei ist der persönliche Kontakt zu den Familien vonseiten der Sozialpädagogen sehr wichtig. Als „neutrale“, also nicht bewertende Instanz kann dieser Kontakt genutzt werden, um eine Beziehung aufzubauen. Dies wiederrum macht es möglich, mögliche Ideen und Hilfsangebote  eher anzunehmen und umzusetzen zu wollen. Es entsteht ein Eltern- Sozialpädagogen- Kontrakt, der in der Arbeit mit dem Kind ausschlaggebend sein kann. Erfährt das Kind z.B., dass Schule und Elternhaus eng zusammenarbeiten, gibt es mögliche Regelverstöße etc. evtl. schneller auf. Die Konsequenzen werden von beiden Seiten gemeinsam eingehalten. Dabei ist es von enormer Wichtigkeit, dass die aufgebaute Beziehung zwischen der Sozialpädagogik und den Eltern hier als Hilfe in Form von Unterstützung verstanden werden kann. Sobald dieses nicht gegeben ist, können die abgesprochenen Maßnahmen zu positiven Entwicklung des Kindes oft von Seiten der Eltern nicht dauerhaft umgesetzt werden.

Die Arbeit der Sozialpädagogen versteht sich aber auch in der Arbeit mit den Eltern als neutrale Vertrauensperson für das Kind. Das heißt, dass der Sozialpädagoge die Interessen des Kindes vertreten sollte, solange diese zum Wohle und zur positiven Entwicklungsförderung dessen dient.

Erziehungsprobleme und Probleme des heutigen Familienlebens erfordern elterliche Kompetenz und Präsenz. Damit es zu einem Wachstumsprozess mit Veränderungen kommen kann, gehören Höhen und Tiefen des Lebens dazu. Hilfreich sind hier stabile Normen und Werte.

Diese stimmen aber häufig nicht überein, sodass wir als Sozialpädagogen vermitteln müssen zwischen Schule, Lehrern und Eltern bei unterschiedlichen pädagogischen Sichtweisen. Wenn z.B. unterschiedliche Erziehungsprinzipien gelten und Eltern geltende Regeln und Konsequenzen nicht einhalten können.

5.2 Wege in der Elternarbeit

Wie auch in der Arbeit mit den Schülern versuchen wir über ein breites Spektrum an Methoden den unterschiedlichen Bedürfnissen der Eltern gerecht zu werden. Über niedrigschwellige Angebote, wie z.B. Hausbesuche versuchen wir auch die Eltern zu erreichen, die den Kontakt zur Schule aus eigenem Antrieb weniger suchen. Informationsaustausch zwischen Schule und Eltern als auch zwischen den Eltern untereinander fördern wir durch Angebote wie Elternabende oder offene Elterngesprächskreise. Wir beraten und unterstützen Eltern in Konflikt- und Krisensituationen in Einzelgesprächen und vermitteln sie ggf. an andere Institutionen. Dabei wird auch das private Netzwerk (Verwandte, Freunde, Nachbarn) der Familie mit eingebunden.

Der Ausdruck von Beziehung, Zuversicht und Vertrauen sind Grundaspekte, die sich im Handeln unserer Arbeit widerspiegeln. Dies erst macht positive Erfahrungen und Die Erfahrung von Verlässlichkeit möglich. Mit diesem Ansatzpunkt können  ausdrückliches Vertrauen und eine Zusammenarbeit erreicht werden. 

Der Blick auf Familienressourcen und – stärken lassen die Persönlichkeiten der Eltern individuell fördern und unterstützen.

Da die Sozialpädagogik nicht -wie im schulischen Kontext- bewerten ist, stehen  die Eltern dieser persönliche Ansprache oft positiv gegenüber. Ideen und Hilfsangebote werden in der Regel umgesetzt. Wichtig ist, dass die direkte Ansprache immer wieder von den Sozialpädagogen ausgeht. Dies ist für die Eltern ein Beweis von sowohl  Vertrauen, als auch von Zuverlässigkeit. Beides ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Das Sozialpädagogen-Team der Heinz- Neukäter- Schule ist aufgrund der Vielfältigkeit der Bedürfnisse der Eltern mit unterschiedlichen Zusatzqualifikationen ausgestattet.

 

6. Rückschulung

6.1 Kriterien für eine erfolgreiche Reintegration

Die Rückführung von Schülerinnen und Schülern der Heinz-Neukäter-Schule in eine Regelschule gehört zum Selbstverständnis unserer Schule. Die Schule für Emotionale und Soziale Entwicklung sollte somit grundsätzlich als eine Durchgangsschule gesehen werden, da das oberste Ziel unserer Arbeit die Reintegration ist.

Das Erreichen dieser Zielsetzung ist nicht abhängig vom Alter oder der kognitiven Entwicklung der Kinder, sondern Ergebnis eines geleiteten und begleiteten pädagogischen Prozesses innerhalb und außerhalb der Schule. Der Zeitpunkt der Rücküberweisung der infrage kommenden Schüler ist allerdings nicht eindeutig zu bestimmen, sondern immer mit einer subjektiven Einschätzung aller mit dem Kind arbeitenden bzw. fördernden Personen verbunden.

Die folgenden Kriterien können helfen, die Einschätzung der betreffenden Schüler und den Zeitpunkt der Rückschulungsphase besser abzusichern:

  • Eigenmotivation des Kindes (der betroffene Schüler ist mit der geplanten Maßnahme einverstanden und damit auch bereit, sich dafür zu engagieren). Aus diesem Grunde nimmt er auch im Vorfeld der Rückschulung an der Praktikumsgruppe teil.
  • Kooperationsbereitschaft, Engagement und Unterstützung der Eltern (auch die Eltern sind mit der geplanten Maßnahme einverstanden). Dies bedeutet im engeren Sinne, dass die Eltern eine aktive Mitarbeit zeigen, d.h. unter anderem die Teilnahme am Elterngesprächskreis oder an Themenabenden. Des weiteren sind sie bereit, individuelle Beratung im Einzelfall anzunehmen, um eine Rückschulung zu ermöglichen.
  • Zustimmung der Mitglieder der Fallkonferenz zur Rückschulung (alle mit dem Kind in der Schule arbeitenden Erwachsenen sprechen sich für einen Rückschulungsversuch aus).
  • Bereitschaft und Zustimmung der aufnehmenden Schule (Gespräch mit der Schulleitung bzw. der zuständigen Lehrkraft und Auswahl einer geeigneten Klasse)
  • Schulische Leistung des Kindes (die Leistungen, insbesondere in den Kernfächern stimmen mit den Anforderungen der aufnehmenden Schule weitestgehend überein oder sind in absehbarer Zeit, z.B. durch Fördermaßnahmen zu erreichen. Außerdem werden Hausaufgaben regelmäßig und sorgfältig erledigt und Eigenständigkeit im Hinblick auf schulisches Lernen ist altersgemäß ausgebildet und gefestigt)
  • Akzeptanz von schulischen Regeln (Klassenregeln, Pausenregeln, Schulgrenzen, Verhaltensregeln auch außerhalb des Unterrichts werden eingehalten)
  • Umgang mit Konflikten (zwischenmenschliche Streitigkeiten können auf eine sozialverträgliche Art gelöst werden, d.h. es wird auf gewalttätige Konfliktlösungsstrategien verzichtet, eigene Beteiligungen und Fehler können gesehen werden, eine Bereitschaft zur Empathie für die Situation des Gegenüber ist vorhanden und ein kooperativer Umgang mit anderen ist erkennbar)
  • Akzeptanz möglicher Leistungsgrenzen

6.2. Formaler und zeitlicher Ablauf der Rückschulung

6.2.1  Im Vorfeld

Im Klassenteam werden mit den zuständigen Sozialpädagoginnen Überlegungen getroffen, über eine mögliche Rückschulung und eine Fallkonferenz wird einberufen.

  • Fallkonferenz:

Hier sollen Fachlehrer, evtl. Tagesgruppe oder Familienhelfer sowie Kollegen aus dem GTS-Bereich und die Sozialpädagoginnen in einer gemeinsamen Runde eine Einschätzung des betreffenden Schülers bzw. der Schülerin im Hinblick auf die Rückschulung abgeben. Dann soll gemeinsam über ein Belastungspraktikum und eine geeignete Schule entschieden werden. Gleichzeitig wird vereinbart, wer den Erstkontakt zur Praktikumsschule aufnimmt.

  • Praktikumsgruppe:

Der Schüler nimmt für ein Halbjahr verbindlich eine Stunde wöchentlich an der altersentsprechenden Praktikumsgruppe, das heißt an der GS- oder HS-Gruppe, teil. Die Praktikumsgruppe soll für diejenigen Schüler ein Unterstützungsangebot sein, für die aufgrund ihrer bisherigen positiven Entwicklung ein Belastungspraktikum in Erwägung gezogen wird. Darüber hinaus stellt es eine Möglichkeit der Nachbereitung dar, für Schüler deren Rückschulung oder Belastungspraktikum nicht erfolgreich war. Somit kann mögliche Frustration ein Stück weit aufgefangen und neue Zukunftsperspektiven erarbeitet werden.

Innerhalb der Kleingruppe kann auf unterschiedliche Entwicklungsstände und Bedürfnisse einzelner Schüler eingegangen werden. Die Kleingruppe stellt ein gutes Übungsfeld dar, welches den Bedingungen in der Regelschule nahe kommt und zudem die Möglichkeit der intensiven, individuellen Betreuung bietet. Um die genannten Ziele und Inhalte umsetzen zu können, findet die Arbeit in der Kleingruppe mit maximal sechs Schülern und zwei Sozialpädagoginnen statt.

  • Einzelarbeit:

In einigen Fällen ist es uns nicht möglich, eine Kleingruppe als Praktikumsvorbereitung zu installieren. Deshalb ist gerade mit älteren Schülern die Einzelarbeit von großer Bedeutung. Hier kann individuell über Ängste, Befürchtungen etc. gesprochen werden. Gerade Kinder, die sich in der Pubertät befinden, fällt es oft schwer, vor anderen Schülern Themen anzusprechen, die eher Schambesetzt sind. In der Einzelarbeit kann auf die Bedürfnisse eingegangen werden. Gemeinsam wird erarbeitet, auf welche Ressourcen und Stärken der Schüler jeweils bauen kann. Rollenspiele machen es möglich, einige mögliche Situationen im Vorfeld zu üben (Konflikt mit Lehrer/ Schüler, etc.).

  • Elternarbeit:

Bevor ein Schüler in ein Belastungspraktikum im Rahmen einer Rückschulung geht, findet ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten statt. Eltern haben oft Ängste, dass diese Maßnahme eine zu hohe Belastung für den Schüler, aber auch für die Eltern werden kann. Worte wie: „ Ich möchte nicht, dass er wieder scheitert“ fallen oft. Mit dem Angebot, der von Seiten der Sozialpädagogik gegeben wird, wird gemeinsam geschaut, was auch die Eltern benötigen und auch schon haben, was eine positive Erfahrung und ein Gelingen des Praktikums /der Rückschulung ausmachen könnte.

  • Belastungspraktikum in der Zielschule und Zielklasse:

Der Praktikumszeitraum beträgt in der Regel zwei Wochen und wird über die Schulleitung mit der Landesschulbehörde abgestimmt. Eine Verlängerung des Praktikums um zwei Wochen ist einmal möglich, diese muss erneut über den Dienstweg angemeldet werden. Spätestens nach vier Wochen erfolgt eine Entscheidung, ob der formale Rückschulungsprozess beginnen soll.

Das Schulpraktikum wird bereits durch eine Sozialpädagogin aus Roffhausen begleitet.

6.2.2  Die Rückschulungsphase

  • Die Rückschulung erfolgt durch eine vorläufige Zuweisung des Schülers zur Zielschule.
  • Die Rückschulungsbetreuung liegt je nach Abspache in der Zuständigkeit der Sozialpädagogik sowie den Kolleginnen aus dem Mobilen Dienst und dem Lehrpersonal aus unserer Schule. 

Zunächst finden wöchentliche Besuche des Rückschülers vor Ort statt, um Gespräche mit dem Schüler und den LehrerInnen zu führen. Die Situation wird dabei nach Bedürfnislage der „neuen“ Lehrer bzw. des Schülers beurteilt. Der regelmäßige Austausch und Kontakt ist von großer Bedeutung, um eventuell auftretende Schwierigkeiten des Schülers an der neuen Schule im Blick zu haben und mögliche Konflikte frühzeitig zu klären oder abzuwenden. Zudem wird hiermit auch eine Art Kontrolle ausgeübt. Im Bedarfsfall kann eine gemeinsame Besprechung mit den Kollegen vor Ort sinnvoll sein, um besondere Umgangsformen mit dem Schüler zu besprechen, oder um Ängste und Unsicherheiten mit ihm abzubauen.

Außerdem finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern über den Verlauf der Rückschulung statt. Dies geschieht meist telefonisch, kann aber auch in Form von Hausbesuchen oder Gesprächen in der neuen Schule erfolgen.

Im Rahmen der Netzwerkarbeit wird Kontakt zu den schuleigenen Sozialpädagogen aufgebaut. Ein vertrauensvoller Kontaktaufbau ermöglicht den Schülern auch nach erfolgreichem Ablauf des Rückschulungsprozesses, dieses Angebot bei Bedarf zu nutzen.

  • Über den Rückschulungsprozess verfasst die Sozialpädagogin regelmäßige Stellungnahmen und beurteilt die Situation vor Ort.
  • Mit Ablauf des Probehalbjahres wird in Absprache mit der Klassenlehrerin ein Abschlussbericht vorgelegt, der eine Empfehlung für die weitere Beschulung des Rückschülers beinhaltet, z.B. ob es notwendig ist, die Probezeit zu verlängern (und damit auch die sozialpädagogische Begleitung), oder ob eine Rückführung des Schülers an die Heinz-Neukäter-Schule erfolgen muss. Diese kann allerdings auch jeder Zeit während des laufenden Probehalbjahres geschehen (siehe Begleitbögen im Anhang).

6.2.3  Abschluss der Rückschulung

  • Nach erfolgreicher Absolvierung der Probezeit muss der Verbleib des Rückschülers durch eine Förderkommission, an der der Klassenlehrer der Zielschule als Vertretung der Schule und das ehemalige Klassenteam teilnehmen, an der Heinz- Neukäter- Schule besiegelt werden. Die Rückschulung endet dann mit der einvernehmlichen (d.h. durch die Zielschule akzeptierten) endgültigen Zuweisung des Schülers durch die Landesschulbehörde.
  • Eine über die Probezeit hinausgehende Begleitung durch die Heinz-Neukäter-Schule ist in besonderen Fällen grundsätzlich möglich. Der zeitliche Umfang der Betreuung muss aber deutlich reduziert werden. Hierbei handelt es sich meist nur noch um unregelmäßige Beratungsgespräche der Eltern, des Rückschülers oder der Lehrerinnen an der Regelschule.
  • Nach einer erfolgreichen Absolvierung der Probezeit wird der Rückschüler noch einmal nach Roffhausen eingeladen und endgültig verabschiedet. Dann berichtet er von den Erfahrungen an seiner neuen Schule und erhält ein Abschiedsgeschenk. Dies dient der Motivation und teilweise auch dem Abbau von Ängsten der Schüler vor Ort.
  • In den HS Klassen wird besonders der Schwerpunkt auf Berufsorientierung und die damit verbundene Praktiumsphase in Betrieben gesetzt. Die Schüler suchen sich eigenständig ggf. auch mit Unterstützung der Sozialpädagogen einen Praktikumsplatz im Betrieb indem sie sowohl von Lehrern als auch von der zuständigen Sozialpädagogin betreut werden. Schüler der Klassenstufen 8/9. die eine Rückschulung an eine Hauptschule anstreben, nehmen an den für alle geltenden Rückschulungskriterien teil.

6.2.4 Außenwirkung

Eine verlässliche Betreuung vor, während und nach der Rückschulungsphase, repräsentiert das Arbeiten der Mitarbeiter in der Heinz- Neukäter- Schule. Eine gute Vorbereitung und Begleitung der Schüler, Eltern und zukünftigen Lehrer sind Grundvoraussetzungen für ein positives Gelingen.

Dabei ist der Aufbau von Netzwerken und anderen sozialen Einrichtungen unheimlich wichtig.

Um so eine Netzwerkarbeit überhaupt umsetzen zu können, ist es von Vorteil, wenn ein Vertreter der Sozialpädagogik u.a. an den Treffen der Schulsozialarbeiter des Landkreises Friesland teilnimmt.

 

7. Netzwerk

7.1 Inhalte

An Schulen, an denen das soziale Miteinander durch Konflikte, Gewalt und Mobbing beeinträchtigt wird, sind Rat und Kompetenzen von Fachleuten gefragt. Wir sehen ein partnerschaftlich kooperierendes, sozialräumliches Fördernetzwerk als wichtige Voraussetzung für die abgestimmte individuelle Förderung von Risikoschülern. Wir verstehen unsere Schulsozialarbeit als Brücke zum Aufbau eines Kooperationsfeldes zwischen Schule, Lehrkräften, Schülern, Eltern und außerschulischen Institutionen.

In Hilfeplangesprächen oder pädagogischen Konferenzen wird zwischen Familien, Schule und ggf. anderen Institutionen wie z.B. Behörden, Ärzte Jugendamt etc. vermittelt. Es werden Ziele vereinbart und konkret festgelegt wem welche Aufgaben zufallen. Eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitarbeiterinnen des ASD sowie anderen Institutionen ist eine wichtige Voraussetzung um evtl. notwendige Folgemaßnahmen und Unterstützungsangebote für die Familien einfordern zu können. Unsere Schulsozialarbeit dient auch als Schnittstelle zum Stadtteil und zur Jugendarbeit vor Ort. Die Teilnahme an Stadtteilkonferenzen und themenbezogenen Arbeitskreisen bietet uns gute Möglichkeiten, um Angebote zu koordinieren und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

7.2 Kooperationspartner

Unsere Partner im Netzwerk der Heinz-Neukäter-Schule sind alle sich im Einzugsgebiet befindlichen Institutionen:

  • andere Schulen
  • Schulsozialpädagoginnen
  • Jugendamt Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund
  • Handwerksbetriebe
  • das Schulamt
  • Freie Träger
  • der Soziale Dienst
  • Sozialpsychiatrischer Dienst
  • die Agentur für Arbeit
  • Ärzte und Psychologen
  • Institutsambulanz der KJP Wilhelmshaven und Oldenburg
  • Polizeidienststellen
  • Pro Familia
  • das Gesundheitsamt
  • Jugendfreizeitstätten
  • die Jugendwerkstatt
  • „Juwel“ (Jugendwerkstatt Lernen) ab Februar 2011
  • Krankenkassen
  • Berufskollegs
  • Berufsorientierungsstützpunkte
  • Projekte wie: „Cool-it“, „Faustlos“, „Mindmatters“, „Lionsquest“
  • der Arbeitskreis Schulsozialarbeiter
  • die SOS Beratungsstelle (Varel, Jever)

Stand: September 2014

   
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