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Kunst an der HNS

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Gartenprojekt der GS4 gestartet

Die Lerngruppe GS4 startete in der letzten Woche im Rahmen des Sachunterrichts das Projekt "Schulgarten".

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Rückschulung

Rückschulung

Kriterien für eine erfolgreiche Reintegration

Die Rückführung von Schülerinnen und Schülern der Heinz-Neukäter-Schule in eine Regelschule gehört zum Selbstverständnis unserer Schule. Die Schule für Emotionale und Soziale Entwicklung sollte somit grundsätzlich als eine Durchgangsschule gesehen werden, da das oberste Ziel unserer Arbeit die Reintegration ist.

Das Erreichen dieser Zielsetzung ist nicht abhängig vom Alter oder der kognitiven Entwicklung der Kinder, sondern Ergebnis eines geleiteten und begleiteten pädagogischen Prozesses innerhalb und außerhalb der Schule. Der Zeitpunkt der Rücküberweisung der infrage kommenden Schüler ist allerdings nicht eindeutig zu bestimmen, sondern immer mit einer subjektiven Einschätzung aller mit dem Kind arbeitenden bzw. fördernden Personen verbunden.

Die folgenden Kriterien können helfen, die Einschätzung der betreffenden Schüler und den Zeitpunkt der Rückschulungsphase besser abzusichern:

  • Eigenmotivation des Kindes (der betroffene Schüler ist mit der geplanten Maßnahme einverstanden und damit auch bereit, sich dafür zu engagieren). Aus diesem Grunde nimmt er auch im Vorfeld der Rückschulung an der Praktikumsgruppe teil.
  • Kooperationsbereitschaft, Engagement und Unterstützung der Eltern (auch die Eltern sind mit der geplanten Maßnahme einverstanden). Dies bedeutet im engeren Sinne, dass die Eltern eine aktive Mitarbeit zeigen, d.h. unter anderem die Teilnahme am Elterngesprächskreis oder an Themenabenden. Des weiteren sind sie bereit, individuelle Beratung im Einzelfall anzunehmen, um eine Rückschulung zu ermöglichen.
  • Zustimmung der Mitglieder der Fallkonferenz zur Rückschulung (alle mit dem Kind in der Schule arbeitenden Erwachsenen sprechen sich für einen Rückschulungsversuch aus).
  • Bereitschaft und Zustimmung der aufnehmenden Schule (Gespräch mit der Schulleitung bzw. der zuständigen Lehrkraft und Auswahl einer geeigneten Klasse)
  • Schulische Leistung des Kindes (die Leistungen, insbesondere in den Kernfächern stimmen mit den Anforderungen der aufnehmenden Schule weitestgehend überein oder sind in absehbarer Zeit, z.B. durch Fördermaßnahmen zu erreichen. Außerdem werden Hausaufgaben regelmäßig und sorgfältig erledigt und Eigenständigkeit im Hinblick auf schulisches Lernen ist altersgemäß ausgebildet und gefestigt)
  • Akzeptanz von schulischen Regeln (Klassenregeln, Pausenregeln, Schulgrenzen, Verhaltensregeln auch außerhalb des Unterrichts werden eingehalten)
  • Umgang mit Konflikten (zwischenmenschliche Streitigkeiten können auf eine sozialverträgliche Art gelöst werden, d.h. es wird auf gewalttätige Konfliktlösungsstrategien verzichtet, eigene Beteiligungen und Fehler können gesehen werden, eine Bereitschaft zur Empathie für die Situation des Gegenüber ist vorhanden und ein kooperativer Umgang mit anderen ist erkennbar)
  • Akzeptanz möglicher Leistungsgrenzen

 

Formaler und zeitlicher Ablauf der Rückschulung

Im Vorfeld

Im Klassenteam werden mit den zuständigen Sozialpädagoginnen Überlegungen getroffen, über eine mögliche Rückschulung und eine Fallkonferenz wird einberufen.

  • Fallkonferenz:

Hier sollen Fachlehrer, evtl. Tagesgruppe oder Familienhelfer sowie Kollegen aus dem GTS-Bereich und die Sozialpädagoginnen in einer gemeinsamen Runde eine Einschätzung des betreffenden Schülers bzw. der Schülerin im Hinblick auf die Rückschulung abgeben. Dann soll gemeinsam über ein Belastungspraktikum und eine geeignete Schule entschieden werden. Gleichzeitig wird vereinbart, wer den Erstkontakt zur Praktikumsschule aufnimmt.

  • Praktikumsgruppe:

Der Schüler nimmt für ein Halbjahr verbindlich eine Stunde wöchentlich an der altersentsprechenden Praktikumsgruppe, das heißt an der GS- oder HS-Gruppe, teil. Die Praktikumsgruppe soll für diejenigen Schüler ein Unterstützungsangebot sein, für die aufgrund ihrer bisherigen positiven Entwicklung ein Belastungspraktikum in Erwägung gezogen wird. Darüber hinaus stellt es eine Möglichkeit der Nachbereitung dar, für Schüler deren Rückschulung oder Belastungspraktikum nicht erfolgreich war. Somit kann mögliche Frustration ein Stück weit aufgefangen und neue Zukunftsperspektiven erarbeitet werden.

Innerhalb der Kleingruppe kann auf unterschiedliche Entwicklungsstände und Bedürfnisse einzelner Schüler eingegangen werden. Die Kleingruppe stellt ein gutes Übungsfeld dar, welches den Bedingungen in der Regelschule nahe kommt und zudem die Möglichkeit der intensiven, individuellen Betreuung bietet. Um die genannten Ziele und Inhalte umsetzen zu können, findet die Arbeit in der Kleingruppe mit maximal sechs Schülern und zwei Sozialpädagoginnen statt.

  • Einzelarbeit:

In einigen Fällen ist es uns nicht möglich, eine Kleingruppe als Praktikumsvorbereitung zu installieren. Deshalb ist gerade mit älteren Schülern die Einzelarbeit von großer Bedeutung. Hier kann individuell über Ängste, Befürchtungen etc. gesprochen werden. Gerade Kinder, die sich in der Pubertät befinden, fällt es oft schwer, vor anderen Schülern Themen anzusprechen, die eher Schambesetzt sind. In der Einzelarbeit kann auf die Bedürfnisse eingegangen werden. Gemeinsam wird erarbeitet, auf welche Ressourcen und Stärken der Schüler jeweils bauen kann. Rollenspiele machen es möglich, einige mögliche Situationen im Vorfeld zu üben (Konflikt mit Lehrer/ Schüler, etc.).

  • Elternarbeit:

Bevor ein Schüler in ein Belastungspraktikum im Rahmen einer Rückschulung geht, findet ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten statt. Eltern haben oft Ängste, dass diese Maßnahme eine zu hohe Belastung für den Schüler, aber auch für die Eltern werden kann. Worte wie: „ Ich möchte nicht, dass er wieder scheitert“ fallen oft. Mit dem Angebot, der von Seiten der Sozialpädagogik gegeben wird, wird gemeinsam geschaut, was auch die Eltern benötigen und auch schon haben, was eine positive Erfahrung und ein Gelingen des Praktikums /der Rückschulung ausmachen könnte.

  • Belastungspraktikum in der Zielschule und Zielklasse:

Der Praktikumszeitraum beträgt in der Regel zwei Wochen und wird über die Schulleitung mit der Landesschulbehörde abgestimmt. Eine Verlängerung des Praktikums um zwei Wochen ist einmal möglich, diese muss erneut über den Dienstweg angemeldet werden. Spätestens nach vier Wochen erfolgt eine Entscheidung, ob der formale Rückschulungsprozess beginnen soll.

Das Schulpraktikum wird bereits durch eine Sozialpädagogin aus Roffhausen begleitet.

 

Die Rückschulungsphase

  • Die Rückschulung erfolgt durch eine vorläufige Zuweisung des Schülers zur Zielschule.
  • Die Rückschulungsbetreuung liegt je nach Abspache in der Zuständigkeit der Sozialpädagogik sowie den Kolleginnen aus dem Mobilen Dienst und dem Lehrpersonal aus unserer Schule. 

Zunächst finden wöchentliche Besuche des Rückschülers vor Ort statt, um Gespräche mit dem Schüler und den LehrerInnen zu führen. Die Situation wird dabei nach Bedürfnislage der „neuen“ Lehrer bzw. des Schülers beurteilt. Der regelmäßige Austausch und Kontakt ist von großer Bedeutung, um eventuell auftretende Schwierigkeiten des Schülers an der neuen Schule im Blick zu haben und mögliche Konflikte frühzeitig zu klären oder abzuwenden. Zudem wird hiermit auch eine Art Kontrolle ausgeübt. Im Bedarfsfall kann eine gemeinsame Besprechung mit den Kollegen vor Ort sinnvoll sein, um besondere Umgangsformen mit dem Schüler zu besprechen, oder um Ängste und Unsicherheiten mit ihm abzubauen.

Außerdem finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern über den Verlauf der Rückschulung statt. Dies geschieht meist telefonisch, kann aber auch in Form von Hausbesuchen oder Gesprächen in der neuen Schule erfolgen.

Im Rahmen der Netzwerkarbeit wird Kontakt zu den schuleigenen Sozialpädagogen aufgebaut. Ein vertrauensvoller Kontaktaufbau ermöglicht den Schülern auch nach erfolgreichem Ablauf des Rückschulungsprozesses, dieses Angebot bei Bedarf zu nutzen.

  • Über den Rückschulungsprozess verfasst die Sozialpädagogin regelmäßige Stellungnahmen und beurteilt die Situation vor Ort.
  • Mit Ablauf des Probehalbjahres wird in Absprache mit der Klassenlehrerin ein Abschlussbericht vorgelegt, der eine Empfehlung für die weitere Beschulung des Rückschülers beinhaltet, z.B. ob es notwendig ist, die Probezeit zu verlängern (und damit auch die sozialpädagogische Begleitung), oder ob eine Rückführung des Schülers an die Heinz-Neukäter-Schule erfolgen muss. Diese kann allerdings auch jeder Zeit während des laufenden Probehalbjahres geschehen (siehe Begleitbögen im Anhang).

 

Abschluss der Rückschulung

  • Nach erfolgreicher Absolvierung der Probezeit muss der Verbleib des Rückschülers durch eine Förderkommission, an der der Klassenlehrer der Zielschule als Vertretung der Schule und das ehemalige Klassenteam teilnehmen, an der Heinz- Neukäter- Schule besiegelt werden. Die Rückschulung endet dann mit der einvernehmlichen (d.h. durch die Zielschule akzeptierten) endgültigen Zuweisung des Schülers durch die Landesschulbehörde.
  • Eine über die Probezeit hinausgehende Begleitung durch die Heinz-Neukäter-Schule ist in besonderen Fällen grundsätzlich möglich. Der zeitliche Umfang der Betreuung muss aber deutlich reduziert werden. Hierbei handelt es sich meist nur noch um unregelmäßige Beratungsgespräche der Eltern, des Rückschülers oder der Lehrerinnen an der Regelschule.
  • Nach einer erfolgreichen Absolvierung der Probezeit wird der Rückschüler noch einmal nach Roffhausen eingeladen und endgültig verabschiedet. Dann berichtet er von den Erfahrungen an seiner neuen Schule und erhält ein Abschiedsgeschenk. Dies dient der Motivation und teilweise auch dem Abbau von Ängsten der Schüler vor Ort.
  • In den HS Klassen wird besonders der Schwerpunkt auf Berufsorientierung und die damit verbundene Praktiumsphase in Betrieben gesetzt. Die Schüler suchen sich eigenständig ggf. auch mit Unterstützung der Sozialpädagogen einen Praktikumsplatz im Betrieb indem sie sowohl von Lehrern als auch von der zuständigen Sozialpädagogin betreut werden. Schüler der Klassenstufen 8/9. die eine Rückschulung an eine Hauptschule anstreben, nehmen an den für alle geltenden Rückschulungskriterien teil.

 

Außenwirkung

Eine verlässliche Betreuung vor, während und nach der Rückschulungsphase, repräsentiert das Arbeiten der Mitarbeiter in der Heinz- Neukäter- Schule. Eine gute Vorbereitung und Begleitung der Schüler, Eltern und zukünftigen Lehrer sind Grundvoraussetzungen für ein positives Gelingen.

Dabei ist der Aufbau von Netzwerken und anderen sozialen Einrichtungen unheimlich wichtig.

Um so eine Netzwerkarbeit überhaupt umsetzen zu können, ist es von Vorteil, wenn ein Vertreter der Sozialpädagogik u.a. an den Treffen der Schulsozialarbeiter des Landkreises Friesland teilnimmt.

   
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